CD der Woche vom 25.07.2011 bis zum 31.07.2011

Tschebberwooky - Dance King Doctor

Wooky Music / Broken Silence (2011)
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von: Clemens Grün

Jabberwocky ist ein Nonsensgedicht des britischen Autors Lewis Carroll aus dem 1871 erschienenen Buch "Alice hinter den Spiegeln". Als Alice im Buch das Gedicht durchgelesen hat, sagt sie: "It seems very pretty, but it´s rather hard to understand!" Die meisten Wörter im Gedicht sind frei erfunden und ergeben keinen Sinn. Die Wirkung wird erzielt durch die Lautmalereien und die Assoziationen, die einem in den Kopf kommen. "Der Film entsteht im Kopf", würde Hitchcock sagen.

Die literarische Figur, in deutschen Übersetzungen wahlweise als "Zipferlake", "Brabbelback" oder "Jammerwoch" bezeichnet, inspirierte nicht nur das drachenartige Ungeheuer in der gleichnamigen Mittelalter-Parodie von Monthy-Python-Regisseur Terry Gilliam, sonst war auch Namenspate der 1997 gegründeten österreichischen Reggaeband Tschebberwooky. Um den Sänger und Frontmann Chamälion schart sich eine siebenköpfige Combo mit Gitarre, Bass, Schlagzeug, Akkordeon, Saxophon, Posaune, Steeldrum und Ukulele, die über 300 Konzerte gespielt hat, u.a. auf renommierten Festivals wie dem Chiemsee Reggae Summer.

Wer durch die Probe- und Studioräumlichkeiten der Band Tschebberwooky, dem sogenannten "Wooky Forest" in der Steiermark, dem "grünen Herz Europas". spaziert, dem fällt eine wilde Mixtur aus Instrumenten, Bildern und anderen Mitbringseln aus verschiedensten Ländern auf. Und so klingt auch die Musik der Gruppe: eine Verbindung von fröhlicher Geselligkeit, Kultur und Völkerverständigung, die einen mal nach Afrika, mal auf Inseln von Karibik oder Pazifik verschlägt - Weltmusik' im Sinne von ''einmal um die Welt schauen''.

Mit Dance King Doctor veröffentlichen die Gewinner des "Austrian Newcomer Award 2007" ihr viertes Studioalbum. Neben Acoustic Reggae mit satten Riddims und bassigem Dub unternimmt die Kapelle diesmal auch Ausflüge in Ska- und Rocksteady-Gefilde. Die überwiegend lässig-tanzbaren Songs, mit Gastauftritten u.a. des venezulanischen Perkussionisten Ismael Barrios und des weltgewandten Bonner Dancehall-Musikers Jahcoustix, nehmen explizit zu politischen Themen Stellung.