CD der Woche vom 02.12.2013 bis zum 08.12.2013

Django Lassi - Szupa Czipa

Django Lassi - Szupa Czipa
von: Nellski

Der Name Manouche ist ein aus Frankreich stammendes Wort für Sinti, jener Romagruppe, die in Mittel- und Westeuropa beheimatet ist. Jazz Manouche (auch Gipsy-Jazz genannt, ein von Virtuosität und Melancholie geprägter Musikstil, der dem Swing zugeordnet wird) ist in Frankreich Ende der 20er Jahre entstanden. Gut ein Jahrzehnt später erlangt durch den Manouchen Django Reinhardt diese Musik Weltruhm. Die Musiker von Django Lassi stimmen dem schon zu, dass Django Reinhardt bei der Namensgebung ihrer Berliner Band eine Rolle gespielt hat. Wenn man sich die Musik der sechs Jungs anhört, findet man aber nicht nur Ähnlichkeiten beim Namen. Man kann durchaus sagen, dass Django Lassi's Musik auf Jazz Manouche aufbaut. Doch damit nicht genug, sie entwickeln diese Musik auf sehr hohem Niveau weiter.

Beim Hören ihres neuen Albums "Szupa Czipa" kann man die sehr unterschiedlichen musikalischen Wurzeln der israelisch-ivorisch-deutsch-nordamerikanischen Truppe erahnen. Der in Kanada geborene Roland Satterwhite, dem im Kindesalter die Geige als Muttersprache beigebracht wurde, wechselt in den Stücken gerne mal von seiner Geige zu seiner geschulten Stimme, die gespickt ist von Blues, wildem Sprechgesang und einer gewissen Prise Experimentierfreudigkeit. Mit Gesang, Geige und Gitarre hat er schon vier Alben produziert. Yasir Abdulkadir Hamdan, mit Eltern Eritrea und Ex-Jugoslawien/Ungarn, der Saiteninstrumente sehr gut von E-Bass, Kontrabass und Gitarre her kennt, verleiht den Stücken mit seiner Jazz Manouche Gitarre einen unverkennbaren swingigen Sound. Laurent Humeau von der Elfenbeinküste, bricht oft und gerne aus den Akkorden aus und fliegt auf seiner Gitarre wild mit seinen Fingern durch die Saiten. Er spielt neben Jazz Manouche auch Balkan und Dixieland in mehreren Projekten. Ausbrüche mit den Gitarren, gewagte Geigenklänge lösen sich in Django Lassi's Liedern immer wieder mit Laurin Habert's Experimentierfreudigkeit auf seiner Klarinette. Christopher Schintlholzer greift nach E-Bass, E-Gitarre jetzt in die Kontrabasssaiten und verleiht den Stücken die richtige Fülle. Welchen Spass er dabei hat, erkennt man schnell, wenn man die Truppe spielen sieht. Wenn man bedenkt, dass die Komplexität des Spielens von Indischen Tablatrommeln mit der Komplexität von Sprachen vergleichbar ist, erahnt man eine ähnliche Experimentierfreudigkeit beim Drummer und Percussionisten Yatziv Caspi, der beim Indischen Tabla ein wahrer Meister ist.

Bei der zweijährigen Entwicklung des Albums haben alle entscheidend zu dem runden Balkan Swing Sound beigetragen. Beim gemeinsamen Spielen gehen sie eine Symbiose ein, beim Entwickeln neuer Melodien befruchten sie sich mit ihren Ideen gegenseitig. Wie das klingt, hört man in Szupa Czipa, dass man seit dem 30.11.2013 nicht nur bei ihren Auftritten wie am 7.12.2013 bei Electro Swing Revolution im Berliner Astra Kulturhaus, sondern auch auf ihrer Webseite oder im Dussmann-Kaufhaus bekommen kann.