onda-info | 21.03.2014

Zunächst gibt es zwei Nachrichten: Am Internationalen Frauentag wurde in vielen Ländern gebührend gefeiert und demonstriert, aber zumindest in Nicaragua wurde die Polizei gegen die dortige Demo übergriffig. Und in Chile wurde mal wieder Michelle Bachelet als Präsidentin vereidigt. Grund genug für die Forderung, dass sie wenigstens diesmal mehr für die Menschenrechte tut. Wie zur Erinnerung wurden gerade unweit der ehemaligen Colonia Dignidad Knochen von mutmaßlichen Folteropfern gefunden.

Die Idee war super: Das Naturreservat Yasuní im ecuadorianischen Amazonasgebiet sollte nicht weiter an Erdöl-Multis verkauft werden. Stattdessen sollte die ,,internationale Gemeinschaft" wenigstens der Hälfte der durch den Verzicht entgangenen Einnahmen in einen Fonds für die ecuadorianische Regierung einzahlen. Doch wie das eben so ist: Bei Geld hört nicht nur die Freundschaft, sondern auch der Umweltschutz auf. Das Projekt Yasuní-ITT steht vor dem Scheitern. Doch noch wehrt sich zumindest ein Teil der Bevölkerung Ecuadors gegen den drohenden Kahlschlag: Sie demonstrieren, sammeln Spenden und Unterschriften für eine Volksabstimmung.

Auch in dem kleinen und konservativen Costa Rica akzeptieren immer weniger Frauen eine traditionelle Rolle als Hausfrau. Die meisten Männer hingegen sind nach wie vor im Machismus gefangen, sozusagen zurückgeblieben. Wer zu Hause auch nur einen Löffel wäscht, verliert seine Männlichkeit. Wer einen Mann umarmt, und sei es den Bruder, gilt als "von der anderen Mannschaft". Zuneigungsbekundungen gegenüber der eigenen Frau oder dem Nachwuchs, vor allem den Söhnen, sind noch Ausnahmen. Im WEM-Institut für Männlichkeit, Partnerschaft und Sexualität, treffen sich jeden Abend bis zu hundert Männer, um genau das zu lernen, was sie nach traditionellem Rollenbild nicht dürfen.Weinen, einander umarmen, über Gefühle reden und auch mal zuhören.

Musikalisch gibt's einen Song aus Venezuela, der ins letzte onda-info nicht mehr reingepasst hat: Ein Ska-Song gegen Korruption - aber keine Panik, liebe Chavisten, das Stück stammt aus der Zeit vor Chavez.

Und jetzt aber: Viel Spaß beim Zuhören!