KULTour | 11.11.2012

KULTour 11.11.2012

Bild von Hamed Eshrat

KULTour 11.11.2012

Hamed Eshrat, Scharein mit dem wilden Tier und Jacqueline Roussety

Orient meets Okzident - eine Begegnung zweier Malepochen

Jacqueline Roussety's heutige Studiogäste können nicht unterschiedlicher sein, obwohl sie dieselbe Leidenschaft teilen und derselben Profession nachgehen. Scharein und Hamed Eshrat, beides Maler, aber von unterschiedlicher Herkunft, aus zwei verschiedenen Generationen, mit ganz anderen persönlichen Herangehensweisen, Techniken und Stilen.

Scharein ist mittlerweile legendär für seine Punktbilder: er ist nach vielen Jahren im wahrsten Sinne des Wortes auf den einzelnen Punkt gekommen. Es ging ihm über die Jahrzehnte um eine Reduktion von Formen und Farben, bis er letztendlich zum Punkt kam. Riesige Leinwände und jede bestehend aus hunderttausenden von Punkten, die aber aus unterschiedlichen Blickperspektiven verschiedene Landschaftsformen darstellen, Assoziationen von Himmel und All erzeugen.

Hamed Eshrat, geboren in Teheran, floh mit seiner Familie nach Deutschland und er hat das Zeichnen genutzt, um in seine persönliche Vergangenheit zu reisen. Er ist Comiczeichner und sein Buch "Kaiserschnitt" beschreibt neun Monate im Leben seiner Familie, in denen seine Mutter mit ihm schwanger war. Eine Zeit, in der die familiäre Freude untrennbar mit den politischen Geschehnissen im Iran verquickt war. Die Geschichte seiner Familie spielt nämlich in der Zeit des Schah-Sturzes. Er verbindet Bild und Schrift und zeigt in schwarz/weiß trotzdem eine ganze Welt voller Farben auf, in der seine Figuren leben. Eine spannende und berührende Diskussion. Reinhören lohnt sich.