Die unheilige Familie - Teil II

KULTour | 09.04.2021

Necla Kelek Portrait-Foto - von ihrem Buch-Cover „Die unheilige Familie“ / Droemer HC

© Droemer HC

Die meisten Menschen fühlen sich ihren Blutsverwandten näher und inniger verpflichtet als anderen Menschen - denen sie doch seelisch oft viel näher sind als der Blutsfamilie, die sie nicht selten entmündigt und tyrannisiert; das gilt besonders, aber nicht nur, für Mädchen/Frauen in „orientalischen" Familien".

So jedenfalls die These der (selbst einer orientalischen Familie entstammenden) weithin bekannten Soziologin Necla Kelek. Warum haben traditionelle Einwandererfamilien oft derart viele Probleme mit der - hierzulande üblichen - individuellen Freiheit ihrer Kinder, deren Menschenwürde, ihrer Selbstbestimmung und ihren Grundrechten. Wie rechtfertigt sie, dass die Familie und ihr Patriarch all diese Rechte einfach außer Kraft setzen kann, darf, ja soll und muss im Selbstverständnis dieser Kulturen?

Just dieser Frage widmet sich das jüngste, ungemein kluge Buch der Soziologin Necla Kelek. Es ist llers andere als eine abstrakte Frage: Sie betrifft Millionen von Einwanderern, die im Innern wie nach außen hin im Alltag einen Kampf der Kulturen führen. Ein Kampf, mit dem wir sie weithin allein lassen.

Unser Redakteur Eike Gebhardt diskutiert mit Necla Kelek.