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Warum Liebe politisch ist - und warum Zärtlichkeit radikal sein muss

Es gibt Begriffe, die jeder zu verstehen meint, obwohl ihre Bedeutungsvielfalt gar keine Definition zulässt.  „Liebe" ist so ein Begriff – was haben Mutterliebe, Nächstenliebe, Vaterlandsliebe, Liebe zur Musik oder Literatur, erotische oder platonische Liebe gemeinsam?  Heimatliebe?  Narzissmus, also Selbstliebe -  wer liebt da wen?
 
„Ich liebe dich – was geht es dich an?", spottete Goethe.  Liebe ist ein Gefühl in uns, es hat mit einem Gegenüber, einem Liebesobjekt zunächst gar nichts zu tun.  Liebe ist keine Beziehungsform, nicht mal eine Umgangsform.  Sie muss nie aktiv werden.  Ganz anders Zärtlichkeit – ähnlich wie Solidarität ist sie eine Handlungsform. 
 
Diese statt vager Gesinnungen und Beteuerungen zur Umgangsform zu machen, dafür plädiert die Kulturwissenschaftlerin Seyda Kurt, die eben ein Buch veröffentlicht hat mit dem programmatischen Titel Radikale Zärtlichkeit.  Wir haben sie ins Studio geladen, um zu erfahren, wie wir unsere schrägen, Liebesideale, die einer kulturellen Hirnwäsche und ganz konkreten gesellschaftlichen Interessen entspringen, ersetzen können durch ebenso erlebnisintensive aber praktizierbare Umgangsformen, die zugleich die Würde und Autarkie der Betroffenen bewahren. 
 
Eine Wiederholung von 18.06.2021