Deutschland - Land der Bildungskatastrophe?

Kontrapunkt | 29.05.2020

Kontrapunkt: Foto Eike Gebhardt und Fr. Dr. Helga Breuninger und Herr Prof. Wolf-Dieter Hasenclever

Eike Gebhardt, Dr. Helga Breuninger und © Prof. Wolf-Dieter Hasenclever

Chancen-Gleichheit - sie gilt als Lackmus-Text einer gerechten Gesellschaft. Und Bildung gilt als ihr Königsweg. und als Markenzeichen einer demokratischen Gesellschaft. Deutschland aber, oft gepriesen als Musterland einer liberalen Demokratie, ist Schlusslicht beim Vergleich der Chancengleichheit. Nirgend hängen Bildungschancen so eng mit der sozialen Herkunft zusammen. 3/4 der Akademiker-Kinder studieren, aber nicht einmal 20% der Arbeiterkinder. Zufall? Gewollte konservative Politik, die Wirtschaftsinteressen zur Grundlage von Lehrplänen macht („wir investieren in Eure Zukunft“), Bildung also tendenziell zur Ausbildung verkommen lässt?

Oder hängt es evtl. auch mit einem Menschenbild zusammen, dass als Leitvorstellung in die Lehrerausbildung einfließt? Das Lehrer Freunde, Kumpane, Begleiter und Vertrauensperson der Schüler sein - und durch diese Rolle die Entfaltung (= „Bildung“) der Persönlichkeit quasi als Geburtshelfer befördern - könnte, ist in der klassischen Lehrerausbildung nicht vorgesehen, Wohl aber in der sogenannten Reformpädagogik. Zwei ihrer prominenten Vertreter haben wir zum Gespräch über den deutschen Bildungsnotstand eingeladen:

Dr. Helga Breuninger, Vorsitzende der Bügerstiftung Stuttgart, Gründerin und Chefin der Helga Breuniniger-Stftung, Gründerin und Direktorin mehrerer Akademien zur Lehrerausbildung, und Erfinderin der sog. Integrativen Lerntherapie und
Wolf-Dieter Hasenclever, ehedem Präsident des Niedersächsischen Amtes für Lehrerbildung und Schulentwicklung und u.a. (noch heute) Professor für Wirtschaftsethik und EntNtrepreneuership.

Das Gespräch leitete unsere Redakteur Eike Gebhardt