radioeins & Freitag-Salon: "Politik der Abschottung – Wo bleibt die Menschlichkeit?"

Jakob Augstein im Gespräch mit Philipp Ruch

Mo., 14.09.2015 | 20:00 Uhr | Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 2

Immer noch sterben an den EU-Außengrenzen jeden Monat hunderte von Flüchtlingen. Ein konsumwahngesteuerter Kapitalismus, eine interessengeleitete Wirtschaft und eine verfehlte Asyl- und Einwanderungspolitik bedeuten für viele Menschen den Tod im Mittelmeer. Wer es trotz riskanter Fluchtrouten bis hinter die Grenzender EU geschafft hat, den erwartet häufig ein Leben in Massenauffanglagern unter menschenunwürdigen Verhältnissen. Hinzu kommt ein latenter Fremdenhass von den um ihren Wohlstand besorgten EU-Bürgern. Länder, wie Österreich oder Ungarn wollen schon keine Flüchtlinge mehr aufnehmen. Menschlichkeit und Freiwilligkeit versagen. Philipp Ruch, politischer Philosoph und Chefunterhändler des Zentrums für Politische Schönheit (ZPS), setzt sich gegenpolitische Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit ein. Mit der Protestaktion Die Toten kommen machte das ZPS zuletzt im Juni auf die Missstände der Flüchtlingspolitik aufmerksam und hob zusammen mit 5.000 Teilnehmern des Marsch der Entschlossenen mehr als 100 symbolische Gräber auf der Reichstagswiese aus. Eine Aktion, die nicht unumstritten blieb. Über Mut, Menschlichkeit als Waffe und deutsche Außenpolitik spricht Jakob Augstein mit Philipp Ruch im radioeins & Freitag Salon.