CD der Woche vom 26.08.2013 bis zum 01.09.2013

Matuto - The Devil & The Diamond

Motéma / Membran / Sony (2013)
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von: Katrin Wilke

Wie kaum jemand zuvor pendelt die Brooklyner Band Matuto souverän und einfallsreich zwischen der Country-Musik des amerikanischen Nordens, etwa dem Bluegrass, und den ebenfalls ländlich verwurzelten Traditionen Nordostbrasiliens, wie Forró und Maracatú. Nicht von ungefähr steht der Bandname im brasilianischen Portugiesisch auch für den Jungen, den Mann vom Lande. Schon mit ihrem ersten, 2011 beim deutschen Label Galileo erschienenen Album "Matuto" brachten die New Yorker die Fans beider musikalischen Lager zum Schwofen und schaffen das aller Wahrscheinlichkeit nach auch mit ihrem Nachfolgealbum. Die beiden Geburtshelfer der aktuell sechsköpfigen Crew - fünf US-Amerikaner, ein Brasilianer - sind Clay Ross, Sänger und Spieler verschiedener Saiteninstrumente, und Akkordeonist Rob Curto. Die beiden erkunden schon seit etlichen Jahren mit viel Hingabe beide Musikkulturen sowie deren Verkupplungsmöglichkeiten, musizierten und studierten teilweise auch vor Ort in Brasilien.

Nachdem das Matuto-Debüt laut Ross noch eher eine Art musikalisches Brainstorming war und bereits zuvor von ihm veröffentlichtes Material neu versammelte, sei "The Devil & The Diamond" die erste wirkliche Band-Arbeit, hinter der als Komponisten und Arrangeure vor allem die zwei Bandleader stecken. In den überwiegend auf Englisch intonierten Songs finden sich Samba-Anklänge, wie im fröhlichen Rausschmeißer des Albums "Matuto Chant", brachiale Maracatu-Perkussion wie in "The Devil's Hand". In "Drag Me Down" schnurrt sich das brasilianische Berimbau wie nie zuvor gehört und ganz selbstverständlich durch musikalische US-Südstaaten-Gefilde. Fiddle und rockiges Schlagzeug treffen auf Clay Ross' Cavaquinho-Gitarre und Rob Curto's sehr Brasilien-affines Akkordeon. Die Matuto-Melange besitzt in ihrer stilistischen und atmosphärischen Vielfalt durchaus einen Wiederkennungswert.

Clay Ross erinnert sich schmunzelnd, dass sich nach ihren Konzerten mitunter auch schon mal der Botschafter Brasiliens bei Matuto dafür bedankt habe, dass sie quasi seinen Job, d.h. die Kulturarbeit für sein Land mache. Bis es die Band in unsere Breiten schafft, wird noch allerhand Wasser den Hudson River entlangfließen. Bislang sind lediglich zwei Konzerttermine für den Oktober in London angekündigt.