CD der Woche vom 27.05.2013 bis zum 02.06.2013

Femi Kuti - No Place For My Dream

Label Maison/Naïve (2013)
Femi Kuti - No Place For My Dream Diese CD auf Amazon kaufen
von: Wolfgang König

Hatte Martin Luther King 1963 noch optimistisch verkündet "I have a dream", ist die Hoffnung bei Femi Kuti (Jahrgang 1962) weitgehender Ernüchterung gewichen. Auf dem Cover läuft eine Frau durch den endlosen Müll eines afrikanischen Slums. Der älteste Sohn von Afrikas wohl berühmtestem Musiker Fela Kuti, der sein Handwerk in Felas Afrobeat-Orchester Egypt 80 erlernte, aber schon seit 26 Jahren mit seiner eigenen Band The Positive Force arbeitet, nennt seine neue CD daher "No Place For My Dream". Aber wie es so oft in Afrika passiert: Aus westlicher Sicht scheint die Musik gar nicht so richtig zu den militanten Texten zu passen. Femi Kutis Kommentar: "Bei Afrobeat geht es nicht zuletzt darum, die Leute zum Tanzen zu bringen, während man ihnen hilft, die bittere Pille der Realität zu schlucken". Und leider ist Afrika meilenweit entfernt davon, die Wünsche und Träume aus der Zeit der Entkolonialisierung vor einem halben Jahrhundert verwirklicht zu haben. Dem entsprechen bei Femi Kuti Stücke wie der Titelsong oder No Work, No Job, No Money. Und selbst in The World Is Changing geht es nicht um einen Wandel zum Positiven. Aber für Femi Kuti ist Musik nicht nur bewusstseinsbildend, sondern auch eine Möglichkeit, allen Schwierigkeiten zum Trotz Kraft zu tanken für die Bewältigung der alltäglichen Probleme. Und selbst wenn er keinen Platz für seine Träume sieht, singt er davon, dass er trotzdem weitermacht, "Denn ohne Träume wäre mein Leben bedeutungslos".