Weltmusik

Musik spielt Politik - Aeham Ahmad, der Pianist in den Trümmern

© Noras Saied, Clemens Grün

Der palästinensisch-syrische Pianist Aeham Ahmad, bekannt als „der Pianist in den Trümmern“, spricht über seine Zeit im Flüchtlingslager Jarmuk, über die Lage in Syrien und wie sich sein Leben hier in Deutschland verändert hat.

1988 in Syrien geboren wuchs er als palästinensischer Flüchtling im Flüchtlingslager Jarmuk bei Damaskus auf. Seit 2015 war das Lager unter Kontrolle des IS und somit von der Außenwelt abgeschlossen. Über 100 000 Einwohner flohen aus Jarmouk, die wenigen Verbleibenden lebten komplett ohne Strom!

Während dieser Zeit komponierte Aeham Ahmad 160 Songs die seinen “eigenen Kampf gegen den Krieg und den IS“ thematisieren. Um sich vom nagenden Hunger abzulenken und den Mitbewohnern ein wenig Hoffnung zu geben, stellte er sein Klavier inmitten von Bombenkrater und Ruinen auf und spielte. Die Videos dazu gingen um die Welt.

Aeham Ahmad und sein Klavier als Waffe im Kampf gegen den IS - ein Portrait von Daniela Wüstner

Tontechnik: Assaf Tuvia

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Ton Steine Scherben in Dub

© N. Lopez

Ton Steine Scherben – obwohl schon 1985 aufgelöst – bleiben eine der einflussreichsten Rockbands Deutschlands. Die Texte des verstorbenen Sängers Rio Reiser setzten Standards, an denen sich noch Generationen später von der Neuen Deutschen Welle bis hin zu Punk und Indie-Pop abarbeiten.

Jetzt ist die Kultband zurück – und zumindest auf Platte gibt es den linke Protestrock seit kurzen wieder zu hören. Allerdings klingen die Punkhelden aus den 70er/80er Jahren auf dem gerade neu erschienenen Album Ton Steine Scherben in Dub ein wenig anders, denn sie haben so etwas wie einen Genrewechsel erlebt: Felix Wolter (Dubvisionist) und Alexander Hornbach (Aldubb) warfen über Hits wie Keine Macht für Niemand oder Lass uns ein Wunder sein einen wunderbaren Dubmantel. Und obwohl Dub bekanntlich aus Reggae produziert wird, mit Ton Steine Scherben aber nur Punkrock zu haben war – ist etwas ganz Einzigartiges entstanden.

Während ihrer Promotour im August haben uns die Macher des Albums und Original-Scherbengitarrist R.P.S. Lanrue hier im multicult.fm Studio besucht und mit Mira Possert über ihre Musik und die politischen Aspekte von Ton Steine Scherben gesprochen.

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Portrait Inna Modja - Musik und Frauenrechte

© (Bild rechts:) Marco Conti

Die malische Sängerin Inna Modja , zu Gast im multicult.fm Studio, spricht über ihr aktuelles Album „Motel Bamako". Geboren und aufgewachsen in der malischen Hauptstadt, kam sie mit 19 nach Paris. Bevor sie aber mit ihrer Gesangskarriere durchstartete, hat sie erst einmal als Model gearbeitet und studiert. 2011 hielt sich Inna Modja dann mit ihrem Hit „French Cancan" für mehrere Wochen lang auf Platz 1 in den französischen Charts. Nach ihren ersten beiden Pop- und Soulalben überrascht die Sängerin mit „Motel Bamako" durch einen Mix aus traditionell malischer Musik, Hip Hop und Electronic. Hier bei uns im multicult.fm Studio präsentiert sich Inna Modja von ihrer sehr politischen Seite: Sie setzt sich nicht nur für Frauen ein, die – wie sie selbst – Gewalt erfahren haben, sondern bringt mit ihrer großartige Stimme auch die politische Situation in Mali zur Sprache: Terror, Flucht, sowie die immer noch vorhandene Wasserproblematik in Afrika.

Inna Modja und ihre Stimme als wichtige Waffe im Kampf für eine bessere Welt – ein Portrait von Clemens Grün und Mira Possert.

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