morgen:magazin Rubrik Geld oder Leben

Geld oder Leben im Morgenmagazin auf multicult.fm

Die Rubrik „Geld oder Leben“ läuft immer donnerstags um kurz nach 8 Uhr im morgen:magazin bei multicult.fm.
„Geld oder Leben“ - eine Frage, die sich viele unserer Zuhörer*innen jeden Morgen beim Aufstehen stellen. Unsere Studiogäste geben Antworten, Beispiele, Anregungen. Sie haben für sich diese Frage bereits beantwortet - oder sind gerade dabei. Ob interkulturelle Gärten, solidarische Landwirtschaft oder der Kampf gegen Zwangsräumung – immer sind es Beispiele, die am großen Tuch für „eine Stadt für alle“ weben. Seid eingeladen, ihnen zuzuhören. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir gemeinsam diese Frage endgültig beantworten. 

Moderation: Andreas Kabisch

 

Redaktion: Karin Baumert und Johanna Treblin

Sendezeiten: wöchentlich, donnerstags, kurz nach 8 Uhr im morgen:magazin

Kontakt: geld-oder-leben at multicult.fm

Bisherige Folgen

09.02.2017: Proteste zur Lage in Berliner Notunterkünften

Notunterkunft in Berliner Turnhalle

©Screenshot Youtube/TV.Berlin

Noch immer leben mehr als 2000 Menschen in Berlin in Turnhallen, die zu Notunterkünften umfunktioniert wurden. Notunterkünfte, die eigentlich für ein paar Tage, wenige Wochen genutzt werden sollten. Doch viele Geflüchtete sind hier bereits seit mehr als einem Jahr untergebracht. In solchen Notunterkünften teilen sich bis zu 200 Menschen einen Schlafraum, an Privatsphäre ist nicht zu denken. Häufig sind die Sanitäranlagen unzureichend und verschimmelt, da sie nicht für eine so intensive Nutzung ausgelegt sind. Die Menschen in den Turnhallen leben weitgehend isoliert von ihrer Nachbarschaft, Integration ist kaum möglich. Die Gruppe Lager Mobilisation Wedding will die Menschen aus der Isolation herausholen und ihnen helfen, ein Stück Autonomie zurückzugewinnen. Wir sprechen mit Nima Kaviani, er ist Mitgründer der Gruppe Lager Mobilisation Wedding.

Redaktion: Johanna Treblin
Moderatio: Andreas Kabisch

02.02.2017: Besetzung des sozialwissenschaftlichen Institutes der HU-Berlin

Studentenproteste an der Humboldt Universität zu Berlin.

Vor 15 Tagen wurde spontan das sozialwissenschaftliche Institut von Studenten der HU besetzt. Gründe gibt es viele, einer ist die Entlassung von Andrej Holm als Lehrkraft. Wir sprechen mit Felix, einem der Besetzer über die Aktion, über die Ziele und sie Situation an der HU.

26.01.2017: VisaWie Reisepassquartett

Reisepass Quartett von VisaWie

©visawie.org

Wie viele Visa bewilligt ein Land? Wie willkürlich wird dabei entschieden? Diese Fragen sind Trumpf beim Reisepass-Quartett der Kampagne „VisaWie? Gegen diskriminierende Visaverfahren“. Das Quartett bietet die Möglichkeit, den aufregenden Alltag der Visavergabepraxis direkt zu Dir nach Hause zu holen: Kontrolliere und konfisziere die Reisepässe deiner Mitspieler*innen. Werfe ihnen bei Bedarf vor, sie wären nicht rückkehrbereit, oder passe die Vergabepraxis zu deinen Gunsten ans aktuelle Zeitgeschehen an. Denn am Ende zählt nur, wer die meisten Reisepässe für sich beanspruchen kann, und damit Gewinner der absoluten Reisefreiheit ist. Mit dem Reisepass-Quartett will die Kampagne „VisaWie“ auf das globale Machtungleichgewicht und die unfaire Visavergabepraxis in Deutschland und Europa aufmerksam machen. Genaueres dazu erzählt uns Aaron Scheidt von der Kampagne „VisaWie“.

20.10.2016: Friedel54 - Räumungsprozess

Friedel54 kämpft gegen Räumung

Wieder soll ein nichtkommerzielles Nachbarschaftsprojekt geräumt werden. Der Kiezladen Friedel54 ist ein selbstverwaltetes, soziales Zentrum in Nordneukölln. Aber nicht nur der Kiezladen sondern das ganze Haus steht unter dem üblichen Verwertungsdruck. Die Mieter rückten zusammen, wollten sogar über das Miethäusersyndikat kaufen, verhandelten mit dem ehemaligen Eigentümer CITEC. Die verkaufte dann unter der Hand an eine Luxemburger Briefkastenfirma mit der Auflage die Räumungsklage weiterzuführen. Heute um 9 Uhr findet der voraussichtlich letzte Prozess für den Kiezladen statt. Im Studio begrüße ich dazu Matthias (Name geändert), Mitglied im Friedel54 Kollektiv.

13.10.2016: Bündnis Griechenlandsolidarität

pixabay

Griechenland ächzt unter 176% BIP Verschuldung und unter dem harten Spardiktat der Geldgeber. Aber es gibt auch Zeichen der Solidarität in diesen schweren Zeiten für das sonnige Land. So könnte Griechenland in der Entwicklung alternativer Strukturen wegweisend für uns werden. Beispielsweise gibt es bereits 50 selbst organisierte solidarische Kliniken im Land. Vorbild war die solidarische Klinik in Thessaloniki. Ihre Geschichte ist nun in dem Dokumentarfilm „Einsam oder gemeinsam“ zu sehen, der gerade in mehreren Städten gezeigt wurde – organisiert vom Bündnis Griechenlandsolidarität. Über dieses Bündnis sprechen wir mit Hans Koebrich, Mitglied und Aktivist.

07.07.2016: Karsten Roth, Datschlandia.de

datschlandia.de

©datschlandia.de

Du möchtest gern in der Stadt gärtnern, weißt aber nicht wo? Garten sucht Freund!
Ein neues Online Portal möchte Kleingärtner, die sich über Hilfe in ihrem Garten freuen und Menschen die gerne gärtnern möchten aber keinen Garten haben, zusammenbringen. Urban Gardening im Shared Economy Gewand - um es mal mit Buzzword Name Dropping zu beschreiben. Initiator und Gründer von datschlandia.de Karsten Roth ist bei uns zu Gast und erzählt uns, wie wir bald alle selber anbauen und anpflanzen können.

30.06.2016: Initiative "Kreuzberg hilft"

Am letzten Sonnabend, dem 25.Juni sind die Geflüchteten aus der Hector-Petersson-Schule am Tempelhofer Ufer umgezogen worden. Diese Formulierung trifft am besten, was hier passiert. Entgegen den Ankündigungen des Senates vom April diesen Jahres, wonach die sozialräumlichen Bindungen, wie Schule und Kita bei Umzug fortgeführt werden sollen, sind die neuen Unterkünfte weit weg - in Hohenschönhausen und in Spandau. Wieder einmal kümmern sich ehrenamtliche Helfer mehr, als die von Staates wegen Bediensteten.

Wir sprechen heute mit Marie von der Initiative „Kreuzberg hilft“ über die aktuelle Situation.

16.06.2016: Gartenkollektiv in Treptow

Gartenkollektiv Treptow

Gartenkollektiv in Treptow

Auf dem Wagenplatz Karpfenteichstraße 13 in Berlin Treptow hat sich vor sechs Wochen ein Gartenkollektiv gegründet. Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete wollen dort gemeinsam pflanzen, ernten und Zeit verbringen. Aktuell werden noch garteninteressierte Menschen aus der Umgebung gesucht, die das Gelände und die Beete mitgestalten wollen und entweder selbst Fluchterfahrung haben oder sich um deren Einbezug in das Kollektiv bemühen wollen. 

Im Studio besucht uns Stephie.

09.06.2016: Teilen und Tauschen

Teilen und Tauschen

Vom 1. bis 3. Juni fand in Weimar das internationale Kultursymposium des Goetheinstituts zum Thema "Teilen und Tauschen" statt. Solidarische Ökonomie - Ideengeber für die Wirtschaft oder kreativer Pfad für eine andere Gesellschaft?

Unsere Kollegin Karin Baumert war da und berichtet.

Mehr Infos: http://www.goethe.de/ges/prj/ksw_neu/ueb/deindex.htm

02.06.2016: Aktuelle Situation der Roma und Sinti in Deutschland

Romano Jekipe Ano Hamburg

Die Bundesregierung hat die Balkanstaaten als sichere Herkunftsländer eingestuft. Damit sind automatisch viele Roma und Sinti in Deutschland in die Illegalität getrieben worden. Zurück können sie nicht. Ihr Leben dort wäre in Gefahr. Hier aber können die Kinder nicht mehr in die Schule und sind auch sonst von der Gesellschaft ausgeschlossen. Auf diese Situation machten am 22. Mai  Menschen aus Hamburg, Kiel und Berlin aufmerksam, als sie das "Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma" besetzten. Schon in der Nacht wurden sie von der Polizei geräumt. Der Kampf ist aber nicht vorbei. 

Wir reden darüber mit Stefan Romanojekipe.

Mehr Infos: http://www.alle-bleiben.info/

26.05.2016: Heute mit Anne-Marie Kortas Gründungsmitglied von Angehört

Angehört

Die Gruppe »Angehört« erklärt Flüchtlingen in Erstaufnahmelagern und Notunterkünften in Brandenburg und Berlin, wie eine Asylanhörung abläuft. In den Anhörungen wird darüber entschieden, ob ein Mensch in Deutschland bleiben kann oder abgeschoben wird.

„Angehört“ will keine falschen Hoffnungen machen, sondern aufklären, vorbereiten und Ängste nehmen. Die Gruppe gibt es seit 2014.

26.05.2016 Anne-Marie Kortas, Gründungsmitglied von Angehört

19.05.2016: Mit Katja Grabert vom Netzwerk Selbsthilfe

Netzwerk Selbsthilfe

Netzwerk Selbsthilfe

Das Netzwerk Selbsthilfe entstand im Zuge des Tunix-Kongresses 1978 aus der Idee heraus, den Berufsverboten der 70er Jahren etwas entgegen zu setzen. Betroffene sollten auf ein Selbsthilfenetzwerk auf Basis der Hilfe zur Selbsthilfe, Selbstverwaltung und genossenschaftlicher Arbeitsweise zurückgreifen können. Später wurde der Verein in einen Förderfonds umgewandelt. Ziel war es nun politisch-links-alternative Projekte und Initiativen auf die Beine zu helfen. Viele inzwischen etablierte Projekte wären ohne die Unterstützung durch Netzwerk so nicht möglich gewesen. So wurde 1980 der erste Redaktionscomputer der TAZ durch eine Anschubförderung von Netzwerk vorfinanziert. 1980 gründete das Netzwerk mit sechs anderen Projekten die MehringHof GmbH. Heute werden vermehrt politische Kampagnen und Initiativen unterstützt.

Katja Grabert erzählt uns, welche Projekte Chancen haben, eine Förderung zu erhalten. 

Mehr Infos: http://www.netzwerk-selbsthilfe.de/

12.05.2016: Hausprojekt Linienstraße 206

Linienstraße 206

Am 10. Mai wurden die Bewohner der Linienstr. 206 in Berlin-Mitte unsanft geweckt. Die Polizei stürmte um kurz vor 8 Uhr morgens ins Haus. Dort sind die Türen zu den einzelnen Wohnungen immer offen – es ist eine große Haus-WG.

Seit 1990 existiert das Hausprojekt in der Linienstraße 206. Die Linienstraße gehörte zu den ersten besetzten Häusern in der Spandauer Vorstadt, damals noch Ostberlin – die Mauer war gerade gefallen. Aber anders als die Besetzer des Tacheles und der vielen leerstehenden Häuser in der gerade untergegangenen DDR, benahmen sich die Besetzer der Linienstraße 206 von Anfang an wie neugierige Gäste. Das erste Wochenende nach der Besetzung gingen sie mit Kaffee und Kuchen an den Türen ihrer Nachbarn klingeln. So begann eine gute Nachbarschaft. Bei der Räumung des angrenzenden Linienhofes, mittlerweile 15 Jahre später, unterschrieben die NachbarInnen für den Erhalt des Linienhofes. Hier hatten sie gern gefeiert. Nun sind auch die Bewohner der Linienstraße 206 bedroht. 

Ein Bewohner erzählt uns, was auf dem Spiel steht.

Mehr Infos: http://linie206.blogsport.de/

11.02.2016: Sternchen e.V. in Leipzig - Solidarisch organisiert leben

Geld oder Leben im Morgenmagazin auf multicult.fm - Haus Leipzig

Sternchen e. V. ist eine Gruppe von 16 Menschen, die seit ungefähr 3 Jahren in Berlin versucht hat, eine geeignete Immobilie zur Gründung eines Wohnprojektes zu finden. Aufgrund der Marktlage dort und des daraus resultierenden Misserfolges bei der Suche wird nun ein Neuanfang in Leipzig gewagt. Neben verschiedenen persönlichen und strukturellen Veränderungen (Abschluss Studium/Ausbildung), ist der Wunsch nach selbstbestimmtem, gemeinschaftlichem und solidarischem Leben und Arbeiten eine wichtige Konstante geblieben. Seit Anfang 2013 existiert der Verein sternchen e.V. Er soll neben einer GmbH, die bereits in Gründung ist, die strukturelle und organisatorische Grundlage der Gruppe bilden.

Zu Gast im Studio sind Eva Klotz und Charlotte Hitzfelder.

Mehr Infos: www.sol-leipzig.de