morgen:magazin | 03.09.2015

Morgenmagazin

We don't need pitty - sagt der Refugee Impulse Club (RIC) selbstbewusst und gibt sich selbst durch Kunst eine Stimme in der Öffentlichkeit. RIC ist eine berliner Initiative von und für Flüchtlinge, aber jeder, der Solidarität mit den Geflüchteten zeigt und sich gegen Rassismus und Diskriminierung stellt, ist herzlich willkommen. Elgin Hertel hat mit zwei der Organisatoren, Maryam Grasman und Samee Ullah, über das Thema Theater als Kunstform gesprochen und was Flüchtlingsalltag in der Hauptstadt Berlin bedeutet.

Engagiert Euch - das tun sie, die jungen Leute - allen Vorurteilen des politischen Desinteresses zum Trotz. Abschiebehaft abschaffen! Asylrechtverschärfung stoppen! Das sind nur einige von vielen Forderungen, die das Berliner Refugee Schul- und Unistreik Bündnis fordert. Sie streiken, sie demonstrieren, sie informieren, sie mobilisieren - und das vor allem bei den jungen Leuten. SchülerInnen, Studierende, Auszubildende und jungen ArbeiterInnen in Berlin setzten sich durch eine Vielzahl an Aktionen für eine humane Bleiberechtpolitik ein. Elgin Hertel hat mit dem Schüler Jan Börger vom Refugee Schul- und Unistreik Bündnis gesprochen.

Umdenken - die Erfahrung haben Carlos Felipe Morgado und seine Frau Babara de Lira in einem Flüchtlingslager in Uganda gemacht. Für 3 Monate waren die beiden in einem der größten und ältesten Flüchtlingsauffanglager Afrikas unterwegs: im Nakivale Refugee Camp in Uganda. Gemeinsam haben der Sozialwissenschaftler und die Kunstlehrerin ein Projekt auf die Beine gestellt, dass eine Schnittstelle aus Kunst, Bildung und Menschlichkeit bietet und damit bewiesen: Kunst ist ein menschliches Grundbedürfnis. Elgin Hertel sprach darüber mit Carlos Morgado am Telefon.

Unsere Stimmen - bedeutet auf Suaheli SAUTI ZETU und das ist das musikalische Endprodukt eines Projekts, von dem engagierten Italiener Matteo Carbognani, der ebenfalls im Nakivale Flüchtlingslager in Uganda unterwegs war. Ein knappes Jahr haben Matteo und seine Kollegen die Geschichten und Stimmen von Flüchtlingen eingefangen und daraus eine sehr hörbare Komposition aus 13 Songs zusammengestellt.

Mehr Zäune! Mehr Menschlichkeit? Der Eurotunnel verbindet Frankreich und England unter dem Ärmelkanal und ist seit seiner Fertigstellung ein Symbol europäischer Verbundenheit. Eine Verbundenheit mit Ausnahmen, denn Flüchtlingen bleibt sie meist verwehrt und so stauen sich derzeit tausende Menschen an Englands Grenzen. Elgin Hertel spricht darüber mit der Repoterin Alexandra Martini, die am Eurotunnel unterwegs war und mit Menschen über die Situation gesprochen hat.

In dieser Sonderausgabe des Morgenmagazins zum Thema Flüchtlinge gibt es außerdem die multicultigste Musik ever und immer, wenn es heißt „Refugees welcome!“, Wunschmusik von Flüchtlingen, die jetzt in Berlin leben.

Am Mikrofon: Elgin Hertel 

Im Studio: Elgin Hertel + Aysen Karaman

Redaktion: Elgin Hertel, Ralf Pierau, Beni Etz, Bashar, Alexandra Martini

Nakivale Refugee Camp
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