Ein Deutsches Leben

KULTour | 31.03.2017

Kultour

Was uns die Geschichte von Goebbels Sekretärin Brunhilde Pomsel für die Gegenwart lehren kann.

In dem Sachbuch „Ein Deutsches Leben“ von Thore Hansen, erschienen im Europa Verlag, spricht die 103-jährige Brunhilde Pomsel über ihr Desinteresse angesichts des Aufstiegs der Nationalsozialisten und ihr Streben und ihren Ehrgeiz nach dem eigenen Fortkommen in Zeiten des gesellschaftlichen und moralische Verfalls. Und damit gibt sie uns einen Einblick in ihre Arbeit als Sekretärin in einer der Schaltstellen der Naziherrschaft. Ihr unbedingter Glaube, keine wirkliche Schuld zu haben, behält sie unerschütterlich bis zum Schluss ihres Lebens.

„Ich habe ja gar nichts getan, das hat sich ja herausgestellt, das wissen die ja nun. Und die haben mir auch nicht gesagt, jetzt behalten wir Sie hier. Die haben „danke schön“ gesagt und mich wieder abgeführt. Und haben mich erst nach fünf Jahren entlassen.“

Ihre Lebensgeschichte beleuchtete die Banalität des Schreckens und zeigt deutlich auf, dass ihre Geschichte eine Warnung an alle von uns heute ist.

Am 27. Januar 2017 verstarb Brunhilde Pomsel mit 106 Jahren.

Die Regisseure Christian Krönes, Olaf Müller, Roland Schrotthofer und Florian Weigensamer haben in Zusammenarbeit einen Dokumentarfilm auf Basis des Buches hergestellt.

Zu Gast heute im Studio sind Regisseur Christian Krönes und Autor Thore Hansen.

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety und Eike Gebhardt.
Assistenz: Nina Schröppel
Technik: Dirk Glatzer