KULTour | 09.12.2012

KULTour 09.12.2012

Eike Gebhardt, Jacqueline Roussety und Thomas Ostermeier

Studiogast von Jacqueline Roussety und Eike Gebhardt heute:

Thomas Ostermeier, künstlerischer Leiter der Schaubühne am Lehniner Platz

Und das Thema heute: Theater und Intermedialität. Ein künstlerischer Aspekt der Schaubühne? In vielen Inszenierungen ist das Medium "Film" ein entscheidendes Erzählmittel. In Hamlet z. B. liefern die filmischen Live-Einblendungen eine dokumentarische Sichtweise auf die Dinge, eine Stummfilmästhetik tritt zu Tage, offenbart damit die Sprachlosigkeit der Figuren untereinander. Der Kontext klarer ideologischer Fronten, das denken in Alternativen ist einer großen Orientierungslosigkeit gewichen. Sie leben in einem diffusen Unbehagen ohne Bewusstsein. Film, Bühne, Schrift und Sprache - diese Verschmelzungen hat das Theater des 21. Jhr. aktuell gemacht. Das Internet und der Einfluss der Medien hat die Öffentlichkeit, aber auch die Sichtweise auf die Dinge und eben auch das Sprechtheater verändert.

Was heißt es für Thomas Ostermeier, ein Theater als künstlerischer Leiter zu übernehmen, welche Verantwortung sieht er in dieser Aufgabe und wieviel übernimmt man als Hinterlassenschaft von der Tradition eines solchen Hauses wie die Schaubühne, das auch schon mittlerweile 50 Jahre alt ist? Und wo steht der Autor? Diese Stimme gilt es gut hörbar für ein Publikum zu machen. Die Verbindung des Theaters zur Welt ist und bleibt der Autor...

Aktuelle Inszenierungen der Schaubühne: Hamlet, Dämonen, Hedda Gabler, Maß für Maß, Gier, John Gabriel Borkmann, Othello und Ein Volksfeind.