KULTour | 08.01.2017

Kultour

In der heutigen Sendung wird der Roman „Esperanza“, übersetzt „die Hoffnung“, von Marina Caba Rall, erschienen im Wagenbach Verlag vorgestellt. Der Roman beschäftigt sich mit einem Thema, das seit ein paar Jahren ein fester Begriff und Bestandteil unserer Gesellschaft geworden ist: „Kriegsenkelgeneration“.

Als Kriegsenkelgeneration bezeichnet man die Generation, die von Mitte der 1950er bis Mitte der siebziger Jahre geboren wurde. Und meistens waren ihre Eltern die Kriegskinder oder vielleicht sogar Jugendliche und junge Erwachsene während der Zeit des Nationalsozialismus oder unter anderen faschistischen Regimen. Was diese Zeit mit Ihnen gemacht hat, hat automatisch auf die Erziehung der Generation der Fünfziger, Sechziger und Siebziger abgefärbt. Während wir hier in Deutschland uns mit der Schuld aus der Zeit zwischen 1933-1945 auseinandersetzen müssen, vor allen Dingen mit einer traumatisierten Großeltern- oder Elterngeneration, stellt sich natürlich auch die Frage, wie erging es den anderen Ländern, den so genannten „Gewinnlern“ oder denjenigen, die nicht unmittelbar an dem Geschehen der Nationalsozialisten beteiligt waren, sondern an andren Kriegen, wie zum Beispiel dem spanischen Bürgerkrieg, der zwischen 1936 und 1939 tobte? Wie traumatisiert waren hier die Betroffenen? Genau das ist das Spannende und Besondere an dem Roman „Esperanza“. Warum und wieso gerade auch hier die sogenannte „Kriegsenkelgeneration“ begann, sich mit dem Thema „Krieg“ und deren langen Schatten bis in die heutige Zeit auf einer anderen Ebene auseinander zu setzen, wird Teil dieser Sendung werden.

Mein Studiogast Marina Caba Rall ist nicht nur studierte Geschichtswissenschaftlerin, sondern auch Regisseurin und Filmemacherin und Autorin.

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety
Technik: Siggy Heiden