KULTour

KULTour : eine Sendung geschaffen für eine Stadt wie Berlin! Eine Stadt mit buntem und vielfältigen kulturellen Ambiente, in der Kultur gelebt wird - aber auch vieles unentdeckt bleibt. Wir wollen den Berlinern und Brandenburgern informativ und spannend das stetig wechselnde Berliner Kulturprogramm nahebringen und sie zu eigenen Touren in die kulturelle Vielfalt anregen. Seien es Theaterbesuche, Events, Konzerte, Festivals oder auch Museumsbesuche - eben all das, was im Zeichen von Kultur steht. In unserer einstündigen Sendung sollen auch spannende Bücher und/oder Filme aus der ganzen Welt vorgestellt werden. Alles umspielt von ausgewählter Weltmusik.

letzte Folgen

KULTour | 01.06.2018

Kultour

Simon Veredon, Kerstin Fielstedde und Jacqueline Roussety

In meiner Kultursendung am Freitag, den 1. Juni, dreht sich das Thema um "Intermedialität". Was ist Intermedialität? Das ist, wenn sich viele Genres und Gattungen, meist aus der Kunst- und Kulturszene, gegenseitig befruchten, ergänzen oder aber auch ganz andere Räume eröffnen und wieder etwas Neues entstehen, sich kristallisieren kann. Ich stelle z.B. sowohl die Autorin des Katzenkrimis "KamiKATZE" (emonsverlag) Kerstin Fielstedde vor, wie auch den Regisseur, Drehbuchautoren, Schauspieler und Sprecher Simon Veredon, der gemeinsam mit dem Sound-Designer und Filmkomponisten Burkhard Fincke aus der Romanfassung ein Hörspiel bzw. Hörbuch umgesetzt hat und damit ein wahres "HörKino" erschaffen hat. Zudem komponierte Raphael Cheng eine Piano-Lounge-Katzen-Musik zum Kamikatzen-Krimi. Eine Idee, und so viele künstlerische aber auch technische Möglichkeiten und Umsetzungen, diese Idee künstlerisch und medial zu vervielfältigen. Das verspricht eine spannende Sendung!

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety

Technik: Udo Boehlefeld

Weitere Infos zu Kerstin Fielstedde: www.icats.de und info[at]icats.de

Weitere Infos zu Simon Veredon: www.OriginBridge.com

KULTour | 18.05.2018

Kultour

Michael F. Huse und Jacqueline Roussety

In der kommenden Kultursendung stelle ich Ihnen Michael F. Huse mit seinem Debütroman/Thriller "Codex 177. Ein Jahr mit Blutmond" vor. Das Buch ist jüngst bei Dittrich erschienen. Michael Huse ist Filmregisseur, hat viele Produktionen für die ARD, ZDF, 3sat und das Kino realisiert und arbeitet heute für mehrere Sparten der Kommunikationsbranche. Und nun eben auch als Schriftsteller.

Die Geschichte "Codex 177" ist mehr als brisant. Es geht unter anderem um die drei abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) und der Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen: in der Gegenwart sowie im Frühmittelalter um 796 christlicher Zeit, beziehungsweise 180 der islamischen Mond-Hidschra oder 4556 der jüdischen Zeitrechnung. Diese drei Religionen spinnen sich wie ein roter Faden um die Geschichte; und sie beeinflussen maßgeblich die Gegenwart. Es ist erschreckend aktuell, wie einige ihrer Anhänger sozusagen „in Seinem Namen“ weder vor Machtmissbrauch noch Gewalt, sogar Terror zurückschrecken.

Die Hauptfigur, Dr. Teresa Wagner, ist Archäologin. Sie nimmt alte Schiffswracks aus und verkauft diese Funde auf dem internationalen Antiquitätenmarkt. Ohne es zu ahnen, fördert Teresa ein Geheimnis zutage, das unser modernes Weltbild von Grund auf in Frage stellt.

Die Facebook-Seite zum Buch: www.facebook.com/CODEX177dasbuch/

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety

Technik: Ringo Kliemann

Die Hydra der Integration

KULTour | 06.04.2018

Wer sich über den Titel dieser Ausgabe von KULTour wundert, der (oder die) sei erinnert an jenes vielköpfige Monstrer der altgriechischen Mythologie: Wenn man ihm einen Kopf abschlug, wuchsen an der Stelle zwei neue nach.

Ähnlich scheint es mit der sogenannten Integration von Zuwanderen zu stehen: Man löst irgendwo ein Problem – und gleich tauchen ein paar neue auf. Das liegt womöglich daran, dass niemand so recht ein Interesse an wirklicher Integration zu haben scheint, allen öffentlichen Bekenntnissen zum Trotz:„Die Wirtschaft und ihre exportorientierten Interessen, der Sozialstaat und seine Profiteure, die Kirchen und ihre Privilegien, die Islamverbände und ihre Agenda wehren sich gegen ein umfassendes Integrationskonzept“, schreibt unser Studiogast.Und die Zuwanderer, deren kulturelles Gepäck oft das Einzige ist, was ihnen nach Entwurzelung, Vertreibung, Gewalt und Demütigung geblieben ist, stehen vor dem Konflikt, evtl. eben dieses Letzte aufgeben zu sollen zugunsten der Erwartungen des Ankunftslandes. Nicht selten geht es dabei eben um scheinbare Grundwerte der jeweiligen Kulturen.Integration – ein permanenter Kulturkampf? 

Einen der besten Kenner der Lage haben wir ins Studio geladen – gerade hat er sein jüngstes Buch veröffentlicht: "Integration" mit dem pessimistischen Untertitel "Ein Protokoll des Scheiterns". Dass es bei dem Pessimismus nicht bleiben muss, damit schließt das Buch, mit einem Marshall-Plan, wie er es nennt.Den meisten unserer Zuhörer müssen wir unseren Gast gar nicht erst einführen, er ist allgegenwärtig in der öffentlichen Diskussion – ein Leuchtturm aufgeklärter Vernunft für die einen, ein Hassobjekt für andere (nicht zuletzt just wegen jener Vernunft, des schlichten Common Sense, des gesunden Menschenverstands, den er sich nicht verkleistern lässt), weder von religiöser Willkür noch von politischem Opportunismus: Mit Hamed Abdel Samad spricht Eike Gebhardt über das neue Buch eine der schärfsten und hellsichtigsten Kritiken fehlgeleiteter Integrationsversuche.

KULTour | 23.03.2018

KulTour nennen wir diese Sendung – bewusst geschrieben mit ou, als Tour. Entgegen dem deutschen Sprachgebrauch ist ja Kultur nicht etwas, das man hat – Kultur ist etwas, das man tut. Und wie man es tut.

Das wissen Ethnologen, wenn sie Kulturen anderer Völker untersuchen - ein Muster und Modell für multikulturelle Medien, versteht sich. Mit diesem (im Wortsinn) Sendungsbewusstsein nähern wir uns auch der eigenen Kultur, die, ebenfalls im Gegensatz zum allgemeinen Glauben, durchaus keine einheitliche Volksgemeinschaft ist – nicht nur, weil sie ethnisch vielstimmig ist, sondern weil unsere Gesellschaft in sich selbst zerfällt in ganz verschiedene Klassen und Lebensweisen, Denk- und Verhaltensformen, Werte und Ideale: Viele Kulturen eben – was wir gern übersehen, weil wir uns meist mit unseresgleichen umgeben. Die Bankiersgattin oder der Professor, der mit dem Automechaniker redet, spürt, wie wenig er mit diesem teilt, gemeinsam hat. Von wegen eine Volksgemeinschaft!

Deshalb unternehmen wir immer wieder Kultur-Touren an immer wieder neue Orte, die Grenzen jeder Art auflösen oder überspringen – Grenzen und Mauern sind ja geradezu Trendthemen heute, weil Grenzen eben auch Identitäten definieren sollen oder wollen. Heute haben wir zwei solcher Mauerspringer eingeladen, genauer Mauerspringerinnen.

Unser erster Gast (oder müssen wir jetzt uns jetzt auch anpassen an die ästhetische Brutalität und fröhliche Demenz gewisser Fachhochschulstudenten, die wie bei Orwells 1984 per Sprachdiktatur Denkformen erzwingen wollen?) - müssen wir also sagen: unsere erste Gästin ist Octavia Wolle, die bekannte und streitbare Autorin, deren jüngstes Buch das Panorama eines, nämlich ihres Kiezes ist, also ihres Wohnviertels, das sich unter ihrem scharfen und zugleich einfühlsamen Blick wie ein Schatzkästlein öffnet. Was uns nahe und vertraut ist, sehen wir oft nicht mehr – absurd, wie es klingt: Nähe verstellt oft den Blick – in menschlichen Beziehungen oft eine traurige Alltagswahrheit. Octavia Wolle lebt in einem nicht erst in jüngster Zeit beneidenswerten Kiez zwischen den Hackeschen Höfen und der Museumsinsel, den sie im Stile einer Doku-Fiction Revue passieren lässt.

Unser nächster Gast – oder 'Gästin' – unserer heutigen KulTour (im Wortsinn einer Tour durch das Milieu, die Szene, die man mit diesem Wort Kultur ganz wie von selbst verbindet) ist Barbara Hoppe, Gründerin und Chefin des Internet-Portals Feuilletonscout. Feuilleton, so heißen im Deutschen die Kulturseiten der Zeitungen, und neuerdings auch die entsprechenden Abteilungen der audiovisuellen Medien. Niemand kann heute noch den Überblick über den sogenannten Kulturdiskurs behalten – wir alle brauchen eine Art Vorsortierer. Aber wem können wir vertrauen – in Konkurrenzgesellschaften ist beinahe jede Äußerung eine Art Werbung im Wettbewerb um Aufmerksamkeit. Eine mutige Frau hat sich der Herausforderung gestellt – und ihre Biographie hilft ihr beim Blick aus vielen Perspektiven. Ihr Blog und ihre Plattform springen ganz unbefangen über alle Genre-Grenzen – sie beschränken sich nicht auf Literatur, auf Theater, auf Musik, auf Malerei oder auf Wissenschaft – sie suchen überall die Grenzverletzer, die Pioniere, die vormals unkatiertes Terrain erkunden.

KULTour | 09.03.2018

Kultour

Ingo Woesner und Jacqueline Roussety

In der Kultursendung am Freitag wird sich alles um den vielseitigen Künstler Ingo Woesner drehen. Kennengelernt habe ich ihn bei seiner beeindruckenden Fotoausstellung mit dem Titel „Licht unter der Haut.“ in der Kanzlei KV Legal, Oranienstraße 24 in Berlin-Kreuzberg. In all den Bildern von Ingo Woesner offenbart sich die jahrelange Arbeit und Erfahrungen als Schauspieler, Regisseur, Stückeschreiber, Theaterleiter und vielem mehr. Mit über hundert Bildern nimmt er einen mit auf eine farbenfrohe, bildästhetisch höchst eigene Bildersprache, genährt und inspiriert unter anderem aus der Malerei. „Das Malen mit Licht“, so die Bedeutung der Fotografie, findet sich bei Ingo Woesner in seinen Landschaftsaufnahmen, den Stillleben und in den Portraits wieder. Wer zum Beispiel wirklich beeindruckende Aufnahmen von Gesichtern sehen und betrachten will, sollte diese Ausstellung nicht verpassen. Nun beschäftigt er sich ganz intensiv mit der „Schattenforschung“. Und was genau das ist, tja, das erfährt man, wenn man morgen früh multicult.fm einschaltet unter UKW 91, 0 oder auch unter www.multicult.fm.

Reinhören lohnt sich!