KULTour

KULTour : eine Sendung geschaffen für eine Stadt wie Berlin! Eine Stadt mit buntem und vielfältigen kulturellen Ambiente, in der Kultur gelebt wird - aber auch vieles unentdeckt bleibt. Wir wollen den Berlinern und Brandenburgern informativ und spannend das stetig wechselnde Berliner Kulturprogramm nahebringen und sie zu eigenen Touren in die kulturelle Vielfalt anregen. Seien es Theaterbesuche, Events, Konzerte, Festivals oder auch Museumsbesuche - eben all das, was im Zeichen von Kultur steht. In unserer einstündigen Sendung sollen auch spannende Bücher und/oder Filme aus der ganzen Welt vorgestellt werden. Alles umspielt von ausgewählter Weltmusik.

letzte Folgen

KULTour | 28.09.2018

In der Kultursendung am Freitag dem 28.9. geht es um 9 Uhr um die Krankheit Tuberkulose, früher auch als Schwindsucht bekannt, einer weltweit verbreiteten bakteriellen Infektionskrankheit mit zunehmender Häufigkeit. Im Jahr 2015 bekamen insgesamt schätzungsweise 10,4 Millionen Menschen Tbc – und rund 1,7 Millionen starben daran. In Deutschland gab es im Jahr 2016 insgesamt 5.915 gemeldete Neuerkrankungen an Tuberkulose. Die Zahl steigt.

Wie kaum eine andere Krankheit hat die Tuberkulose die Gesellschaft geprägt, ja fast regelrecht gezeichnet, Künstler und Künstlerinnen inspiriert, fasziniert aber auch als Politikum zu verbrecherischen Handlungen bewegt. Diese Entwicklung nachzuspüren, aufzuzeigen wie innerhalb von 150 Jahren Tuberkulose eine regelrechte Achterbahnfahrt durchlebt und erlebt hat, ist die Historikerin, Journalistin und Autorin Ulrike Moser nachgegangen und hat ein ganz erstaunliches, informatives und zum Teil sehr berührendes Buch geschrieben, dass jetzt bei Mathes & Seitz herausgekommen ist. Der Titel: Schwindsucht. Eine andere deutsche Gesellschaftsgeschichte. Ulrike Moser war Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Zeitung Die Woche, arbeitet zurzeit unter anderem für das Geo Epoch Magazine und hat sich mit ihrem ersten Sachbuch gleich einem sehr großen und aktuellem Thema gewidmet. Sie wirft anhand des zeitgenössischen politischen, medizinischen und kulturellen Umgangs mit dem Lungenleiden, das bis heute Millionen dahinraffte, einen neuen Blick auf die deutsche Gesellschaftsgeschichte.

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety
Technik: Ringo Kliemann

KULTour | 14.09.2018

Die Berliner Insel-Galerie stellt ausschließlich Frauen aus – auch als Gegengewicht zum männlich dominierten Kunstmarkt. Sie vertritt keine Künstlerinnen, sondern bietet ihnen ein Forum – und zeigt daher fast durchweg zwei oder mehr Künstlerinnen – weit über 500 inzwischen, dieser Tage eröffnet die 250. Ausstellung!

Eike Gebhardt diskutiert mit der Leiterin Eva Hübner und drei Künstlerinnen über die Lage der Frauen am Kunstmarkt, über weibliche Ästhetik und über Kunst als eine Form von Öffentlichkeit.

KULTour | 01.06.2018

Kultour

Simon Veredon, Kerstin Fielstedde und Jacqueline Roussety

In meiner Kultursendung am Freitag, den 1. Juni, dreht sich das Thema um "Intermedialität". Was ist Intermedialität? Das ist, wenn sich viele Genres und Gattungen, meist aus der Kunst- und Kulturszene, gegenseitig befruchten, ergänzen oder aber auch ganz andere Räume eröffnen und wieder etwas Neues entstehen, sich kristallisieren kann. Ich stelle z.B. sowohl die Autorin des Katzenkrimis "KamiKATZE" (emonsverlag) Kerstin Fielstedde vor, wie auch den Regisseur, Drehbuchautoren, Schauspieler und Sprecher Simon Veredon, der gemeinsam mit dem Sound-Designer und Filmkomponisten Burkhard Fincke aus der Romanfassung ein Hörspiel bzw. Hörbuch umgesetzt hat und damit ein wahres "HörKino" erschaffen hat. Zudem komponierte Raphael Cheng eine Piano-Lounge-Katzen-Musik zum Kamikatzen-Krimi. Eine Idee, und so viele künstlerische aber auch technische Möglichkeiten und Umsetzungen, diese Idee künstlerisch und medial zu vervielfältigen. Das verspricht eine spannende Sendung!

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety

Technik: Udo Boehlefeld

Weitere Infos zu Kerstin Fielstedde: www.icats.de und info[at]icats.de

Weitere Infos zu Simon Veredon: www.OriginBridge.com

KULTour | 18.05.2018

Kultour

Michael F. Huse und Jacqueline Roussety

In der kommenden Kultursendung stelle ich Ihnen Michael F. Huse mit seinem Debütroman/Thriller "Codex 177. Ein Jahr mit Blutmond" vor. Das Buch ist jüngst bei Dittrich erschienen. Michael Huse ist Filmregisseur, hat viele Produktionen für die ARD, ZDF, 3sat und das Kino realisiert und arbeitet heute für mehrere Sparten der Kommunikationsbranche. Und nun eben auch als Schriftsteller.

Die Geschichte "Codex 177" ist mehr als brisant. Es geht unter anderem um die drei abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) und der Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen: in der Gegenwart sowie im Frühmittelalter um 796 christlicher Zeit, beziehungsweise 180 der islamischen Mond-Hidschra oder 4556 der jüdischen Zeitrechnung. Diese drei Religionen spinnen sich wie ein roter Faden um die Geschichte; und sie beeinflussen maßgeblich die Gegenwart. Es ist erschreckend aktuell, wie einige ihrer Anhänger sozusagen „in Seinem Namen“ weder vor Machtmissbrauch noch Gewalt, sogar Terror zurückschrecken.

Die Hauptfigur, Dr. Teresa Wagner, ist Archäologin. Sie nimmt alte Schiffswracks aus und verkauft diese Funde auf dem internationalen Antiquitätenmarkt. Ohne es zu ahnen, fördert Teresa ein Geheimnis zutage, das unser modernes Weltbild von Grund auf in Frage stellt.

Die Facebook-Seite zum Buch: www.facebook.com/CODEX177dasbuch/

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety

Technik: Ringo Kliemann

Die Hydra der Integration

KULTour | 06.04.2018

Wer sich über den Titel dieser Ausgabe von KULTour wundert, der (oder die) sei erinnert an jenes vielköpfige Monstrer der altgriechischen Mythologie: Wenn man ihm einen Kopf abschlug, wuchsen an der Stelle zwei neue nach.

Ähnlich scheint es mit der sogenannten Integration von Zuwanderen zu stehen: Man löst irgendwo ein Problem – und gleich tauchen ein paar neue auf. Das liegt womöglich daran, dass niemand so recht ein Interesse an wirklicher Integration zu haben scheint, allen öffentlichen Bekenntnissen zum Trotz:„Die Wirtschaft und ihre exportorientierten Interessen, der Sozialstaat und seine Profiteure, die Kirchen und ihre Privilegien, die Islamverbände und ihre Agenda wehren sich gegen ein umfassendes Integrationskonzept“, schreibt unser Studiogast.Und die Zuwanderer, deren kulturelles Gepäck oft das Einzige ist, was ihnen nach Entwurzelung, Vertreibung, Gewalt und Demütigung geblieben ist, stehen vor dem Konflikt, evtl. eben dieses Letzte aufgeben zu sollen zugunsten der Erwartungen des Ankunftslandes. Nicht selten geht es dabei eben um scheinbare Grundwerte der jeweiligen Kulturen.Integration – ein permanenter Kulturkampf? 

Einen der besten Kenner der Lage haben wir ins Studio geladen – gerade hat er sein jüngstes Buch veröffentlicht: "Integration" mit dem pessimistischen Untertitel "Ein Protokoll des Scheiterns". Dass es bei dem Pessimismus nicht bleiben muss, damit schließt das Buch, mit einem Marshall-Plan, wie er es nennt.Den meisten unserer Zuhörer müssen wir unseren Gast gar nicht erst einführen, er ist allgegenwärtig in der öffentlichen Diskussion – ein Leuchtturm aufgeklärter Vernunft für die einen, ein Hassobjekt für andere (nicht zuletzt just wegen jener Vernunft, des schlichten Common Sense, des gesunden Menschenverstands, den er sich nicht verkleistern lässt), weder von religiöser Willkür noch von politischem Opportunismus: Mit Hamed Abdel Samad spricht Eike Gebhardt über das neue Buch eine der schärfsten und hellsichtigsten Kritiken fehlgeleiteter Integrationsversuche.