Kontrapunkt

Für die klassische europäische Musik bedeutet der Kontrapunkt die "Gegenstimme", oder "die Tonfolge, die gleichzeitig mit einer gegebenen Melodie erklingt" und wird als "punctus contra punctum ... ausdrücklich als Grundlage der Mehrstimmigkeit" gesehen (Wikipedia).

Der multicult.fm Radiotalk versucht sich am stetigen Wechsel von Harmonie und Streitkultur - auf hohem Niveau: im Kontrapunkt streiten ExpertInnen über vielfältige Themen des politischen, gesellschaftlichen und religiösen Zusammen-Lebens - oder eben auch Gegeneinander-Agierens.

letzte Folgen

Allein erziehend / getrennt erziehend.

Kontrapunkt | 17.03.2017

Kontrapunkt

Achtung! Neuer Sendeplatz für KULTour und Kontrapunkt! Freitags um 09 Uhr!

Das Thema der Talkrunde am 17.03.: allein erziehend / getrennt erziehend.

Was genau bedeutet das für die Mutter, für den Vater aber auch für das Kind?

Die Gäste im Studio sind:

Die Drehbuchautorin Katja Zimmermann: Sie ist alleinerziehende Mutter von Zwillingen, und wie sie das meistert hat Katja Zimmermann in ihrem Buch: Esst Euer Eis auf, sonst gibt es keine Pommes, zu Papier gebracht, jüngst erschienen bei Ullstein.

Markus Witt: Er arbeitet als ehrenamtliches Mitglied des Bundesvorstands des Vereins „Väteraufbruch für Kinder“und ist dort zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Politische Lobbyarbeit. „Väteraufbruch für Kinder“ ist ein gemeinnütziger Verein, der sich 1988 gegründet hat, und sich aus über 100 Kreisgruppen zusammensetzt. Er ist teils eine Selbsthilfegruppe, teils ein politischer Verein mit dem Ziel, die Rechte der Kinder zu stärken und den Wert des Vaters in der Gesellschaft ins Bewusstsein zu rufen.

Redaktion und Moderation:
Jacqueline Roussety

 

Weitere Infos:

Katja Zimmermann:

Esst euer Eis auf, sonst gibt es keine Pommes.

Meine Abenteuer als Alleinerziehende. Ullstein

Der Traum einer humanen Gesellschaft - oder: Die Zukunft des Sozialismus

Kontrapunkt | 05.03.2017

Kontrapunkt

Motiv: Fritz Ebeling (1930-2011)

Als die - angeblich gottgegebenen - Diktaturen bröckelten (damals, während der Aufklärung, hießen sie noch Monarchien) konnten sich Menschen aller sozialen Klassen, Stände, Herkünfte und Zugehörigkeiten zum ersten Mal ganz öffentlich darüber streiten, wie sie sich eine gerechte, humane Gesellschaft vorstellten: Die Idee des Sozialismus war geboren - und wurde zum Traum der unterdrückten und ausgebeuteten Menschen. Erst sehr viel später wurde der Name gekapert von brutalen Machthabern, z.B. der Sowjetunion und ihren Satelliten - von diesem Beigeschmack hat sich der einst beflügelnde Traum nie erholt. Die Ideen aber lebten untergründig fort - und werden heute, angesichts der neoliberalen Wirtschaftsdiktatur, schon wieder lebhaft und heißblütig debattiert.

Eike Gebhardt spricht mit zwei der profiliertesten Vertretern dieser Tradition: Gesine Schwan, zweimal deutsche Präsidentschaftskandidatin und Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD - und Sahra Wagenknecht, Vize-Fraktionschefin der Linken im Bundestag und die bekannteste Wortführerin ihrer Partei.

Der Verfall des öffentlichen Lebens

Kontrapunkt | 19.02.2017

Kontrapunkt

Der Verfall des öffentlichen Lebens – ein Beispiel, wie man ihn aufhält: Die Hausbesetzer-Szene.

In den letzten Jahrzehnten konnten wir überall in der westlichen Welt beobachten, wie öffentliche Räume, in denen Menschen zwanglos zusammen- und ins Gespräch kamen, oder in denen sie das eine oder andere für alle nützliche oder ästhetische Projekt verfolgten – dass diese Räume schrumpften, vereinnahmt wurden und fast nur noch im Verbund mit kommerziellen Interessen – also Privatinteressen – als öffentliche Räume gelten. Eine Parkbank sucht man am Potsdamer Platz vergeblich, auch auf dem Kurfürstendamm – im Gegensatz ausgerechnet zum Broadway z.B., auf dessen Mittelstreifen an jeder Ecke Bänke stehen, auf denen Menschen sich sonnen, sich begegnen, Schach spielen oder musizieren.

Es war einmal – auch in Deutschland. Da eroberten sich Menschen solche Räume – z.B. indem sie einfach leerstehende Häuser besetzten. Und in diesen jene Öffentlichkeiten, jene gemeinsamen (oft im Wortsinn) Spiel-Räume schufen, jene demokratischen Erfahrungsräume, die die Gesellschaft – zugunsten privater Verwertungsinteressen – Stück für Stück zerstörte. Konservative im besten Sinne also, die bewahren wollten, was zerfiel, materiell und ja, 'spirituell', im Sinne der heute vielbeschworenen Wertegemeinschaft. Idealistisch und pragmatisch zugleich war dieser Ansatz, schreiben die Autoren und Herausgeber eines Buches über dieses Milieu im Vierteljahrhundert zwischen 1970 und 1995.

Eine von ihnen haben wir eingeladen: Barbara Sichtermann, Publizistin sei einem halben Jahrhundert – rund zwei Dutzend Bücher und zahllose Essays haben sie bekannt gemacht. Gemeinsam mit ihrem Bruder Kai, dem Bassisten der legendären Band Ton, Steine, Scherben, hat sie den gerade im Aufbau-Verlag erschienenen Band „Das ist unser Haus“ veröffentlicht.

Mit ihr im Studio Sema Binia, die schon in der DDR in der Hausbesetzer-Szene aktiv war und in diesem Band sehr nachdrücklich auf die unterschiedlichen Motive unter anderen Bedingungen verweist. Sie ist heute Mitarbeiterin der Berliner Geschichtswerkstatt.

Und Johan de Blank, dessen farbenfroher Lebenslauf ein eigenes Buch füllen würde, und der u.a. eine Art Literarischen Salon im Kant Kino in Berlin gegründet hat und erfolgreich leitet. Dort wird das Buch am 21.2. 2017 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit Eike Gebhardt

Kontrapunkt | 06.11.2016

Kontrapunkt

Motiv: Fritz Ebeling (1930-2011)

In der heutigen Sendung dreht sich alles um „Schlaflos in Berlin“: Eine atemberaubende, spannende und kulturell vielseitige Theater-Show-Performance-Revue im Renaissancetheater in Berlin. Schlaflos in Berlin sind Geschichten, Lieder und Anekdoten über die Liebe zum Theater und die Liebe zu dieser Metropole. Das Ganze auf die Beine gestellt haben die drei Schauspielerinnen und Sängerinnen Adelheid Kleineidam, Katharina Zapatka und Nadine Schori. Arnel Cosca begleitet die Drei am Piano. Aber nicht nur das, alle KünstlerInnen haben dieses Stück auch selbst geschrieben.

 Die Gäste:

Adelheid Kleineidam eine in Berlin geborene Schauspielerin steht nicht nur auf der Bühne, sondern war auch schon in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Auch kann sie auf mehrjährige Theaterengagements in Bonn, Oberhausen und Wilhelmshaven zurückblicken. Und, sie war jahrelang Mitglied des legendären Grips Theater hier in Berlin.

Die Schweizerin Nadine Schori begann mit einer klassischen Ballettausbildung. Es folgte ein fünfjähriges Engagement am Friedrichstadtpalast Berlin. Danach erweiterte sie ihr Repertoire und begann eine dreijährige Schauspielausbildung, nachdem sie ihre Karriere als Tänzerin beendet hatte. Man sah sie z. B. im Deutschen Theater hier in Berlin, in Worms und bei den Tiroler Festspielen.

Nächste Vorstelllung:

21. November im Renaissancetheater in Berlin.

Karten unter:

Renaissance-Theater
Knesebeckstrasse 100
10623 Berlin

Telefon: 030/ 31 59 730

Kontrapunkt | 23.10.2016

Kontrapunkt

v.l.n.r.: Eike Gebhardt, Paula Schwarz, Brigitta Gabrin, Günter Faltin

Startups sind in den Herkunftsländern vieler Eingewanderter nichts Neues. Selbständige Existenzformen als Bauer, Händler, Handwerker, kurzum als Unternehmer sind sogar häufig die Regel.

Wie kann uns der kulturelle Hintergrund der Migranten helfen, die Startup-Szene auch hierzulande „aufzufrischen“ und darüber hinaus den Geflüchteten – über einen bloßen 'Job' hinaus – die Chance zu einem selbständigen, eigenverantwortlichen Leben zu bieten?

Antworten darauf geben:

Paula Schwarz, die in Eigeninitiative Flüchtlings-Camps in Griechenland aufgebaut hat und mit ihrem Großprojekt Startupboat den weitflächigen Versuch 'unternimmt', Flüchtlingen den Start als selbstständige Unternehmer zu ermöglichen.

Günter Faltin, renommierter Ökonom und Unternehmer, Prof. für Entrepreneurship, ist Autor des Bestsellers Kopf schlägt Kapital, in dem er mit der Illusion aufräumt, nur mit viel Gründungskapital könne man Unternehmen gründen – die richtigen Ideen seien viel wichtiger.

Redaktion und Moderation: Eike Gebhardt
Technik: Siegfried Heiden