Kontrapunkt

Für die klassische europäische Musik bedeutet der Kontrapunkt die "Gegenstimme", oder "die Tonfolge, die gleichzeitig mit einer gegebenen Melodie erklingt" und wird als "punctus contra punctum ... ausdrücklich als Grundlage der Mehrstimmigkeit" gesehen (Wikipedia).

Der multicult.fm Radiotalk versucht sich am stetigen Wechsel von Harmonie und Streitkultur - auf hohem Niveau: im Kontrapunkt streiten ExpertInnen über vielfältige Themen des politischen, gesellschaftlichen und religiösen Zusammen-Lebens - oder eben auch Gegeneinander-Agierens.

letzte Folgen

Zivilgesellschaft

Kontrapunkt | 31.08.2018

Ist der Staat die Gesellschaft oder was meint das Wort Zivilgesellschaft?

„Freiheit" kennt praktisch jede Sprache – und doch scheint die arabische Charta für Menschenrechte in vieler Hinsicht das genaue Gegenteil zur entsprechenden Charta der Vereinten Nationen zu verstehen. Ein Bürger in Europa meint eine andere soziale Rolle als ein Bürger in China, und was Staat und Gesellschaft verbindet oder trennt, darüber gehen selbst in Europa die Meinungen weit auseinander. Manche Vorstellungen können sich offenbar nur in bestimmten sozialen und/oder historischen Spielräumen entwickeln, und die ach so globale Gesellschaft hat noch längst keine globale Kultur. Noch immer ist in weiten Teilen der Welt die Rolle der Bürger als Gesetzgeber nicht nur unerwünscht, ja verboten – sie ist dort auch weithin unvorstellbar – teils aus handfesten politischen, teils aus religiösen Gründen.

Diese Rolle der sogenannten Zivilgesellschaft diskutiert Eike Gebhardt mit zwei ausgewiesenen Experten: Gesine Schwan (Präsidentin und Mitgründerin der Humboldt-Viadrina Governance Platform gGmbH) und Rupert Graf Strachwitz (Gründer und Direktor des Maecenata-Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft)

Kontrapunkt | 24.08.2018

In meiner kommenden Talkrunde am Freitag den 24. 8. spreche ich mit Ingo Woesner. Er beschäftigt sich seit Jahren mit der ‚Schattenforschung, die er auch mit großem Erfolg anwendet. Mit dieser Schattenforschung eröffnet sich ein ganz großes Potenzial, was den Bereich Coaching, Beratung und Hilfestellung angeht. Es ist eine ganz eigene, ungewöhnliche aber sehr effektive Methode, Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Ingo Woesner bezeichnet sich weder als Arzt noch als Therapeut. Er stellt keine Diagnosen, aber über seine Fragen öffnet er bekannte und unbekannte Räume und findet die erstaunlichsten Dinge heraus, die man als Einzelperson aber auch als Unternehmen anwenden kann, wenn man das Gefühl hat, einen anderen Weg gehen zu wollen oder auch zu müssen. Er liest und erklärt die Strukturen, die unbemerkt in einem, oder in einer Organisation wirken. Diese Strukturen aus einer andren Blickperspeketive zu betrachteten, ermöglicht neue Wege zu bestreiten.

Redaktion und Moderation: Jacqueline Roussety
Technik: Ringo Kliemann

Mehr Infos zu Ingo Woesner:
www.die-gabe.de
kontakt@die-gabe.de

Die Liebe ist das Kind der Freiheit

Kontrapunkt | 20.07.2018

"Die Liebe ist das Kind der Freiheit" - "L'amour est enfant de Bohème"

"Er war ein sehr treuer Mann – leider zu zu vielen Frauen", soll Helene Weigel über B. Brecht geseufzt haben. Ihr Mann galt als sehr fürsorglich, beschränkte seine Zuwendung aber nicht auf eine einzige Partnerin. Er hätte auch fragen können: Was hat Treue zu einem Menschen damit zu tun, dass man sich auf ihn beschränkt?

Es ist die Kernfrage aller, die zwei sich widersprechende Träume – Liebe und Partnerschaft – in ein und derselben Person vereinen wollen. Das in allen Pop-Medien posaunte Modell behauptet einfach: Ja, das geht zusammen, schon der Begriff der Liebesheirat suggeriert, Geschäftsvertrag (ein solcher ist die Eheschließung) und Gefühle schließen sich nicht aus, aller jahrtausendealten und anderslautenden Weisheit zu Trotz. Doch das Ideal, dass beides zusammengeht, Liebe und Geschäft, ist in fast allen Kulturen völlig fremd, und auch in Europa gerade einmal rund 200 Jahre alt. Mit einem Vertrag (also zB dem Ehevertrag) will ich sicherstellen, womit ich, im Wortsinn: "rechnen" kann. Rechnen mit Gefühlen? Was also tun, wenn man – oder frau – doch beides will?

Intensive Gefühle und Berechenbarkeit (im Volksmund: Verlässlichkeit) – ist das ein Widerspruch vielleicht nur, weil wir die Gefühle unseres Partners in Ketten legen wollen, d.h. wenn er oder sie Gefühle für andere hat, nimmt er uns vom Kuchen etwas weg? Bei materiellen Gütern mag das stimmen, aber Ideen zB werden mehr, je mehr man sie teilt – vielleicht auch Gefühle? Sterben Beziehungen an Überlastung – und lässt sich das Problem durch Lastenverteiulung auf mehrere Partner lösen?

Über Gründe und Abgründe von Mehrfachbeziehungen werden uns – hoffentlich – unsere heutigen Gäste aufklären:

  • Oliver Schott, Philosoph, Autor vieler Beiträge und Blogs zum Thema - und eines Buchs mit dem Titel Lob der offenen Beziehung
  • Franziska Brychcy, Volksvertreterin im Berliner Abgeordnetenhaus (und damit wohl mauch zuständig für die öff. Ordnung), mit dem Schwerpunkt Auslandsangelegenheiten sowie Jugend und Bildung.

Moderation: Eike Gebhardt

A Dream Come True

Kontrapunkt | 01.09.2017

die Bretter, die die Welt bedeuten ...

Heute stellen wir eines der aufregensten Projekte im an exotischen Projekten gewiss nicht armen Berlin vor: Das Theater aufm Kahn. Ein schwimmendes Theater fehlte noch. Und da das gar nicht geht, dass es etwas in Berlin nicht gibt, sprang der Schauspieler und Regisseur Thorsten Münchow selbstlos in diese Lücke. Auf einem der schönsten der alten Schiffe im Historischen Hafen eröffnet morgen, Samstag das TaK – eben das Theater aufm Kahn. Und trotz der Hektik so kurz vor Toresöffnung ist der Gründer zu uns gekommen, um das Programm - und Mitwirkende - vorzustellen.

Mit von der Partie: Wiltrud Weber alias Willa Webber, die begnadete Sopranistin – so begehrt ist sie international, dass ihr Leben ein unaufhörlicher Pendelschlag zwischen Los Angeles, Polen und Berlin ist von anderen Engagements ganz zu schweigen.

Und: Fred Buchalski, Schauspieler, Regisseur und Gründer des TheaterSehgnsucht - eines Jugendtheaters, das sich vor allem der Suchtprävention, der Gewaltprävention und der politischen AUfklärung widmet.

Moderation Eike Gebhardt

Friedensmarsch der Frauen - Berlin 2017

Kontrapunkt | 16.06.2017

Kontrapunkt

Motiv: Fritz Ebeling (1930-2011)

3,5 Millionen Mal wurden sie schon angeklickt: der ungeheuer erfolgreiche Women's March for Peace. Initiiert von den Organisationen Puls des Friedens und Clans des Friedens wird, als Teil einer weltweiten Bewegung, am 16.06. der Friedensmarsch der Frauen durch Berlin ziehen, vom Neptunbrunnen am Alexanderplatz zum Brandenburger Tor – begleitet von vielen Prominenten, u.a. der Singer-Songwriter-Legende Yael Deckelbaum (deren Song Mothers' Prayer for Peace zum weltweiten Hit wurde) und Miriam Toukan, der israelischen Palästinenserin. Beide werden natürlich, neben anderen, auftreten mit ihren bekanntesten Songs. 

Eike Gebhardt sprach mit den beiden sowie den Organisatorinnen Margaret Hoffmann und Anja Kaul.